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Equal Pay Day & Gender Pay Gap

Aktion, Nachhaltigkeit

Artikel von Sylke am 3. März 2021

Schreibt seit Jahren am liebsten zum Thema nachhaltige (Lebens-)Gestaltung. Frei nach dem Motto: Kommunikation & Design – ach, wie schön & ach, wie fein!

equal pay day + Rabatt-Aktion bei i+m Naturkosmetik Berlin

Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 19% weniger als Männer, das hat das Statistische Bundesamt berechnet. Gender Pay Gap – ein trauriger Fakt, auf den wir am Equal Pay Day mit unserer 19%-Aktion aufmerksam machen möchten.

Am 10.3.21 ist in diesem Jahr der Equal Pay Day in Deutschland. Das Datum ist keineswegs zufällig gewählt, sondern markiert den Tag, bis zu dem Frauen in einem Jahr umsonst arbeiten in Deutschland, während Männer schon ab dem 1. Januar Geld bekommen. Unfair? Allerdings.

Vom Frauenkampftag bis zum Equal Pay Day

Der Equal Pay Day will als Aktionstag diese absolute Lohnungerechtigkeit in die Öffentlichkeit tragen und ein Bewusstsein für die Problematik schaffen. Gleichzeitig aber auch eine Debatte über die Gründe entfachen. Zu guter Letzt sollen dadurch natürlich auch Entscheider*innen mobilisiert werden, Wege zur Schließung der geschlechtsspezifischen Lohnlücke zu finden.

Wir finden das richtig und wichtig – und sind selbstverständlich dabei! Vom Internationalen Frauenkampftag am 8.3. bis zum 10.3.21, Equal Pay Day, bekommt ihr 19% Rabatt in unserem Onlineshop mit dem Rabattcode EQUALITYRULES auf unser gesamtes Sortiment*.

Wenn das kein fairer Ausgleich fürs erste ist. Und auf unseren Social Media Kanälen begleiten wir das Ganze in einer feministischen Woche mit vielen weiteren Infos. An alle Frauen und Gerechtigkeitsliebenden: Fäuste gereckt und zugeschlagen – bei unserer Equal Pay Day Aktion!

Was ist der Gender Pay Gap

Aber erstmal liefern wir noch ein paar Infos zur geschlechtsspezifischen Lohnlücke aka Gender Pay Gap. Sie bezeichnet die Differenz zwischen dem durch­schnitt­lichen Brut­to­-Stun­den­lohn von Frauen und Männern.

Da besteht eine Differenz? Jawohl, leider. Und diese Differenz ist in Deutschland besonders erheblich. Ganze 19% sind kein Pappenstiel, sondern eine ordentliche Diskrepanz. Und im EU-weiten Vergleich liegen wir damit über dem EU-Durchschnitt und bleiben Schlusslicht im internationalen Vergleich. Nur in Estland und der Tschechischen Republik ist die Lücke noch größer. Na, ist denn das die Possibilität?

Gleiches Geld für gleiche Arbeit

Trotz zahlreicher EU-Initiativen um den Verdienstabstand zu verringern, ist laut statistischem Bundesamt der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern im EU-Durchschnitt jedoch nur leicht um zwei Prozentpunkte gesunken. In Deutschland hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, den Gender Pay Gap bis zum Jahr 2030 auf 10 % zu senken.

Also das ist uns ehrlich gesagt nicht nur zu langsam, sondern auch ein zu niedriges Ziel. Richtig und wichtig wäre, struktureller Diskriminierung sofort entgegenzuwirken und so Lohngerechtigkeit für alle Menschen unabhängig vom Geschlecht schnellstmöglich umzusetzen. Das Ganze dauert eh schon viel zu lang. Gleiches Geld für gleiche Arbeit – jetzt!

Ursachen für den Gender Pay Gap

Schaut mensch sich die Ursachen für den Gender Pay Gap an, wird relativ schnell klar, dass dieser nicht etwa – wie immer wieder gern behauptet – auf privaten Lebensentscheidungen beruht, die frau so im Berufsleben trifft. Auch nicht auf genetischen Voraussetzungen oder dem Besitz einer Gebärmutter, sondern tatsächlich auf struktureller Diskriminierung von Frauen. Bam!

Keine MINTs für Frauen

Frauen fehlen schlichtweg in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karriereleiter

Obwohl Frauen heute – statistisch gesehen – besser ausgebildet sind als Männer, ergreifen Frauen noch immer verstärkt frauendominierte Berufe in den Bereichen Erziehung und Pflege und fehlen weiterhin in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

Ein Lösungsvorschlag: Die bewusste Auflösung von Rollenklischees und Stereotypen zu allen Berufen, z.B. durch gendergerechte Sprache und Darstellungen in Filmen, Büchern, bei Spielzeug und Produkten.

Photo by Samantha Sophia via unsplash

Who cares – Frauen kümmern sich

Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt etwa durch Elternzeit oder Pflege von Angehörigen häufiger und länger als Männer.

Diese „Fehlzeiten“ und darauf folgende Hemmnisse zum Wiedereinstieg in den Beruf haben lang nachwirkende Einbußen bei Lohn- und Einkommensentwicklung zur Folge, was sich bis in die Rentenphase niederschlägt.

Daneben steigen Frauen nicht so häufig die Karriereleiter hinauf wie Männer.

Ein Lösungsvorschlag: Anreize schaffen, damit sich Männer und Frauen die Care-Arbeit gerecht teilen können, z.B. von Arbeitgebenden durch flexible Teilzeitangebote vor allem auch in Führungspositionen.

Photo by Katherine Hanlon via unsplash

Systemrelevant & gnadenlos unterbewertet

Sogenannte „frauentypische Berufe“ sind weiterhin unterbewertet.

Auffällig während der Corona-Pandemie: Frauen arbeiten Überwiegend in systemrelevanten Berufen und sind zusätzlich belastet durch die Care-Arbeit während der Kita- und Schulschließungen. Die Systemrelevanz spiegelt sich allerdings weder in der Bezahlung noch in der gesellschaftlichen Anerkennung wider.

Nun ist das tatsächlich keineswegs neu oder ein reines Corona-Phänomen, aber es wird durch die besondere Situation überdeutlich sichtbar.

Ein Lösungsvorschlag: Höhere Bezahlung! Die Aufwertung dieser Berufe heißt nämlich nicht nur, die Wahrnehmung des gesellschaftlichen Werts von frauendominierten Berufen zu erhöhen, sondern auch die Bezahlung dieser Berufe zu stärken.

Über Geld spricht man

Durch fehlende Gehaltstransparenz ist eine Ungleichbehandlung der Bezahlung aufgrund des Geschlechts nicht sichtbar.

Über Kaufentscheidungen und Preise wird viel gesprochen, doch Gehälter sind in Deutschland noch immer ein großes Geheimnis. Transparenz in den Gehaltsstrukturen und ein gesetzlich geregeltes Auskunftsrecht können die Lohnlücke nachhaltig beeinflussen. Ein Vorhaben, das durch das am 6. Juli 2017 in Kraft getretene Entgelttransparenzgesetz gestützt wird.

Ein Lösungsvorschlag: Brecht das Tabu und hakt nach: Als Arbeitnehmende „Werden wir gerecht für unsere Arbeit bezahlt?“ und als Arbeitgebende „Bezahlen wir gerecht?„. Nur das Wissen über Gehälter kann mögliche Lohungleichheit aufdecken – nicht nur am Equal Pay Day! Außerdem erkundigt Euch über branchenübliche Löhne und nutzt Tools zum Gehaltsvergleich sind z. B. kununu, Glassdoor oder der Lohnspiegel der Hans-Böckler-Stiftung.
Sprecht auch gern und viel in den Sozialen Medien über Geld und benutzt gern Hashtags wie #letstalkaboutmoney #uebergeldsprichtman #transparenzgewinnt

Photo by Jo Tyson via unsplash

Wir freuen uns auf unseren gemeinsamen Einsatz für mehr Lohngerechtigkeit und erwarten Euch in unserem Onlineshop.

Feministische Grüße von Sylke und dem gesamten i+m Team!


* ausgenommen Probierservice, bereits reduzierte Artikel und Aktionsware, wie Geschenksets und Kosmetiktaschen


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