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Keine Gewalt gegen Frauen!

Aktion, Fair

Artikel von Sylke am 15. April 2021

Schreibt seit Jahren am liebsten zum Thema nachhaltige (Lebens-)Gestaltung. Frei nach dem Motto: Kommunikation & Design – ach, wie schön & ach, wie fein!

Gewalt gegen Frauen - love should'nt hurt

Gewalt gegen Frauen hat coronabedingt zugenommen. Das belegt u. a. der dramatische Zuwachs von Anrufen bei Krisen-Telefonen und Hilfe-Hotlines für Betroffene in Deutschland. Das ist grauenvoll und wir wollen helfen!

Die häusliche Gewalt hat weltweit zugenommen während der Pandemie. Der messbare statistische Anstieg 2020 (2,6%) von Gewalt gegen Frauen in Deutschland ist nur leicht im Vergleich zum Vorjahr, doch die dahinter liegende Dunkelziffer ist viel höher.

Im Zuge der Lockdown-Maßnahmen verdunkelt sich das sogenannte „Hellfeld“: Durch Homeoffice statt Büro, aber auch Schul- und Kita-Schließungen, ist schlicht niemand da, dem Verletzungen auffallen könnten. Weil die äußerlich sichtbaren Merkmale von Gewalt gegen Frauen niemandem auffallen können, werden sie natürlich auch seltener zur Anzeige gebracht.

Gewaltige Zahlen

Trotzdem sind die Zahlen viel zu hoch: 14.051 Fälle von häuslicher Gewalt wurden in Berlin bis zum 30.11.20 angezeigt –  in 9.255 Fällen davon waren Frauen die Geschädigten. Rückschlüsse auf die tatsächliche Krisensituation lässt das Hilfesystem für von Gewalt betroffene Frauen zu. Während der Pandemie haben die Anrufe dieser Frauen allein bei den nationalen Hilfe-Hotlines in den meisten Ländern um 25 – 30% zugenommen laut UN Women.

Das ist furchtbar und wir wollen das nicht hinnehmen, sondern helfen! Und damit kommen wir zunächst zu unserer kommenden Spendenkauf-Aktion im Onlineshop. Wir spenden 100% unseres Onlineshop-Tagesumsatzes an das Frauenkrisentelefon e.V. im Frauenzentrum der Schokofabrik am 22.04.2021: Das Frauenkrisentelefon in Berlin bietet – auch während der Corona-Pandemie – täglich telefonische Krisenberatung für Frauen an.

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Für diese anspruchsvolle Tätigkeit werden die Beraterinnen intensiv eingearbeitet und bringen bereits einschlägige berufliche Qualifikationen mit. Begleitend zu ihrer Arbeit nehmen die ehrenamtlichen Beraterinnen regelmäßig an Fallbesprechungen und Supervisionen teil.
Auch themenspezifische Fortbildung ist für die Qualitätssicherung der Beratungsarbeit essentiell wichtig.

Da Arbeit mit Ehrenamtlichen kein Bestandteil der Grundfinanzierung durch die Senatsverwaltung ist, ist das Frauenkrisentelefon an dieser Stelle auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen. Und da kommen wir – also genauer gesagt ihr & wir – ins Spiel.

Ihr kauft und wir spenden!

4x jährlich starten wir einen Spendenkauf mit Euch in unserem Onlineshop. An diesem Tag wird der gesamte i+m Tagesumsatz an ein weltverbesserndes Projekt gespendet. Unser Spendenkauf hat sich zu einem erprobten Mittel zur effektiven Weltverbesserung entwickelt und konnte schon in der Vergangenheit einen geldwerten Beitrag leisten z.B.

  • zu Anti-Rassismus
  • zur Unterstützung wohnungsloser Menschen
  • zur Direkthilfe in Syrien
  • gegen Müllverschmutzung im Ozean

Insgesamt spendet i+m ein Viertel seiner Gewinne jährlich an diverse öko-soziale Projekte. Denn wer einnimmt, muss auch zurückgeben können, finden wir.

+++ Kurzer Nachtrag vom 27.04.2021 +++

Dank Eures empowernden Shoppingeinsatzes ist bei dieser Spendenkauf-Aktion die beachtliche Summe von 7.971,89 € zusammengekommen! Ihr seid einfach die Besten. Und weil wir uns nicht lumpen lassen, runden wir den Betrag auf satte 8.000 € auf! So sieht’s einfach mal aus.

Tadaaah – der Beweis!

+++ Kurzer Nachtrag Ende +++

Das Frauenkrisentelefon in der Schokofabrik

Mit dem Spendenkauf am 22.04. unterstützt ihr nun mit eurem Einkauf in unserem Onlineshop das Frauenkrisentelefon im Frauenzentrum der Schokofabrik in Berlin-Kreuzberg. Was ist das? Was macht das? Wo kommt es her?

Logo des FrauenKrisenTelefons e.V.

Anfang der 1980er Jahre (also kurz nach der Gründung i+m‘s) bemühten sich Fachfrauen vor dem Hintergrund der Antipsychiatrie- und Frauenbewegung um neue Konzepte einer frauenorientierten psychosozialen Versorgung.
Sie stellten fest, dass in Berlin eine Einrichtung fehlt, die Frauen in Krisensituationen schnell und unkompliziert professionelle Unterstützung und Beratung bieten kann. Der politischen und beruflichen Initiative dieser Frauen verdanken wir die Gründung des Frauenkrisentelefons e.V. im Sommer 1982.

Im Laufe der bald 40 Jahre ihrer Beratungs- und Projektarbeit für Frauen in Krisensituationen haben sie ihr Beratungsangebot zunehmend professionalisiert und der verstärkten Nachfrage entsprechend erweitert.

Seit 2001 bietet das Frauenkrisentelefon auch muttersprachliche Krisenberatung für Migrant*innen an, die Telefonberatung sowie Face-to-Face-Beratung umfasst.

Beratungskonzept des Frauenkrisentelefons

An das Frauenkrisentelefon wenden sich Frauen jeden Alters (18 bis ins hohe Alter) unterschiedlicher Herkunft, aus allen Kulturen, Religionen und sozialen Schichten in verschiedenen Lebenssituationen und Lebensformen. Wenn eine Frau das Frauenkrisentelefon kontaktiert, so versuchen die Beraterinnen gemeinsam mit ihr dieses positive Potenzial der Krise zu nutzen und zu entwickeln.

  • Niedrigschwelligkeit
    Das Beratungsangebot des Frauenkrisentelefons ist unbürokratisch und kostenlos.
  • Anonymität
    Die Beratung ist anonym, das heißt, die Ratsuchende braucht ihren Namen nicht zu nennen.
  • Vertraulichkeit
    Die Beraterinnen unterliegen der Schweigepflicht und geben keine Informationen weiter. So entsteht in der Beratung ein vertraulicher Raum, in dem sich die Ratsuchende gut aufgehoben fühlt.
  • Frauenspezifisch
    Die Beratung erfolgt vor dem Hintergrund, dass Frauen in dieser Gesellschaft nach wie vor benachteiligt sind und die gesellschaftlichen Normen ihrer Selbstentfaltung häufig im Wege stehen.
  • Ressourcen- und lösungsorientiert
    Der Fokus der Beratung liegt auf dem Entdecken und Erleben persönlicher Stärken. Des Weiteren wird versucht, gemeinsam mit der Ratsuchenden herauszufinden, welche Schritte ihr in ihrer Situation weiterhelfen könnten.
  • Interkulturell
    Die Beratung erfolgt mit dem Bewusstsein, dass wir in einer interkulturellen Gesellschaft leben. Daraus ergibt sich eine Sensibilität für die Bedeutsamkeit der eigenen kulturellen Einflüsse sowie die der Ratsuchenden. Die Beratung ist von einer offenen und wertschätzenden Haltung gegenüber unterschiedlichen Kulturen gekennzeichnet, die die Erweiterung von Perspektiven ermöglicht und somit eine größere Bandbreite von Lösungsansätzen eröffnet.

Kontakt:

Frauenkrisentelefon e. V.
im Frauenzentrum Schokofabrik
Mariannenstr. 6
10997 Berlin

Beratung:

Telefonische Krisenberatung: +49 (0)30 / 615 42 43
Migrantinnenberatung: +49 (0)30 / 615 75 96

Außerdem Beratung per Mail oder Chat.
Genauere Informationen zu den Beratungszeiten und mehr gibt es hier.

Wir möchten noch mehr tun

Eine Spendenkauf-Aktion ist schon mal super, aber wir möchten noch mehr tun zur Unterstützung von Gewalt betroffenen Frauen. Und das nicht erst seit heute. Bereits 2014 haben wir gemeinsam mit der großartigen Beatrice Chama† das erste Frauenhaus in Sambia (Ost-Afrika) initiiert und aufgebaut. Dieses bietet Frauen und Kindern Schutz vor Gewalt und weitere Unterstützung. Es wurde – ebenfalls Dank eurer fantastischen Unterstützung – seitdem stetig ausgebaut und umfasst inzwischen zusätzlich eine Schule und ein Waisenhaus.

Internationaler Frauentag 2020 in Sambia
Die Frauen aus dem Frauenhaus demonstrieren zum Internationalen Frauentag 2020

Und auch die von Gewalt betroffenen Frauen in Berlin wollen wir nicht vergessen, darum haben wir eine Kooperation mit dem Frauenhaus Cocon aufgebaut. Dies versorgen wir zukünftig regelmäßig mit Pflegeprodukten zur täglichen Hygiene und Pflege wie Duschgels und Körperlotionen. Auch unsere Produkte, die bald ihr Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen, spenden wir an diverse Frauenhäuser und Projekte, statt sie wie branchenüblich wegzuwerfen.

Was Mann so tun kann

Wenn wir über Gewalt gegen Frauen sprechen, also Vergewaltigungen, Femizide und andere körperliche Gewaltausübung an Frauen, behaupten wir nicht, dass alle Männer automatisch Täter sind und damit die Schuld tragen.

Das Problem ist ein strukturell sexistisches System, das Jungs/Männer nicht ausreichend aufklärt/bestraft und Mädchen/Frauen nicht schützt. Aussagen wie „nicht alle Männer“ oder der hashtag #notallmen in den Sozialen Medien sind demzufolge Diskursverschiebungen, die den Fokus wieder von den Frauen ablenken und auf die Gefühle von Männer legen und damit Betroffene zum Schweigen bringen sollen. Denn es sind natürlich nicht alle Männer, aber vor allem Männer, die Frauen Gewalt antun – und von denen viel zu viel.

Verbünde Dich mit Frauen

Wer als Mensch also etwas Hilfreiches zum Thema beitragen möchte, sollte sich solidarisieren mit den betroffenen und potenziell gefährdeten Frauen. Wenn Gewalt gegen Frauen thematisiert wird, spielt der Genussmittelkonsum, die Bildung, die Kleidung oder der Beziehungsstatus der Frau keine Rolle. Der Täter ist der einzige Grund für einen Übergriff und muss die Verantwortung allein tragen. Den Betroffenen von Gewalt darf nicht Selbstverschulden in irgendeiner Form vorgeworfen werden.

“Warum verlässt sie ihren gewalttätigen Partner nicht?” ist eine völlig falsch platzierte Frage.
“Wir hören Dich, glauben Dir und stehen an Deiner Seite.” wäre die richtige Reaktion darauf.

Photo by Mika Baumeister on Unsplash
Photo by Mika Baumeister on Unsplash

Jede Generation muss es besser machen

Ein Tipp an alle Eltern: Less protect your daughters, more educate your sons. Dies meint, Väter und Mütter sollten sich nicht allein darauf verlegen, ihren Töchtern alle Mittel zum Selbstschutz beizubringen. Vor allem die Söhne müssen zur gewaltfreien Konfliktlösung, Mitgefühl und Empathie erzogen werden.

Vor allem Männer müssen frühzeitig lernen, andere Wege und Mittel zu ergreifen, um mit Wut und Frust, aber auch Ablehnung und Zurückweisung umzugehen.

Von unserem Verhalten hängt ab, wie die nächste Generation über Geschlechter, Respekt und Menschenrechte denkt – und handelt.

Weitere Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen

Es gibt natürlich sehr viel mehr, was noch unternommen werden kann. Wir haben noch ein paar hilfreiche Tipps gesammelt:

  • Üben wir politischen Druck aus – engagieren wir uns z.B. bei UN Women oder treten wir in eine Partei ein, die sich zum Thema engagiert. Vor allem jetzt nach dem Ausstieg der Türkei und Polen aus der Istanbul-Konvention, die die Frauen schützen soll.
  • Lasst uns wählen gehen – in diesem Jahr steht eine Bundestagswahl an, geben wir den Parteien unsere Stimme, die sich explizit gegen Gewalt gegen Frauen (egal welcher Herkunft und Hautfarbe) positionieren
  • Spenden wir noch mehr – betterplace hat ein vielfältiges Angebot für Spendenziele zum Thema Gewalt gegen Frauen
  • Informieren wir uns und Betroffene – die Frauen vom Krisentelefon z.B. haben auf ihrer Website eine ausführliche Liste mit diversen Anlaufstellen und Hilfsangeboten zusammengestellt
  • Sprechen wir über Gewalt gegen Frauen – diskutieren wir mit der Familie, Freund*innen, Kolleg*innen, auf Social Media über die Problematik, über patriarchale Strukturen und Möglichkeiten der Gewaltprävention
Photo by BP Miller on Unsplash
Photo by BP Miller on Unsplash

Tipps zum Spendenkauf

Ihr seht, es gibt viel zu tun. Angefangen mit dem Spendenkauf für das Frauenkrisentelefon e.V. am 22.4.2021 bei uns im Onlineshop. 😉 Deshalb zum Abschluss dieses Artikels noch einige fantastische Produkt-Inspirationen von uns für Euch.

Bleibt weiter engagiert und unterstützend,
Eure Sylke von i+m!

  • Fair Edition Sambia Rich Bodylotion von i+m NATURKOSMETIK BERLIN

    Rich Body Cream

    Spendet mehr als Feuchtigkeit – die reichhaltige Rich Body Cream pflegt die Haut und unterstützt mit 2€ pro Flasche das i+m Frauenhausprojekt in Sambia.

  • Banana Leaf Kosmetiktasche von i+m NATURKOSMETIK BERLIN

    Banana Leaf Kosmetiktasche

    Einzigartig schmuck vereint die Banana Leaf Kosmetiktasche aus Bananenblättern faire Handarbeit und nachhaltiges Design zugunsten von Mensch und Umwelt.

  • SO36 Edition bei i+m NATURKOSMETIK BERLIN

    SO36 Soli Dusche

    Die SO36 Soli Dusche ist Bio-Duschgel und Corona-Krisenhilfe in einem Guss. Der Erlös fließt als Solidaritätsschauer an den Berliner Konzertclub SO36.

  • Body Mousse

    Die sahnige Body Mousse verwöhnt anspruchsvolle Haut und macht sie streichelzart. Der Duft verwöhnt die Sinne und macht das Eincremen zum Spa-Erlebnis.

  • Handcreme

    Hände hoch. Freistil Sensitiv Handcreme pflegt die sensible und trockene Haut an den Händen glatt und zart. Ohne ätherische Öle und besonders reizarm.

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